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Weiterbildungsbaustein

Beruflicher Weiterbildungsbaustein in Hamburg

Präventive Angebote im Bereich gewaltbereiter Islamismus entwickeln und durchführen (WB-0024)

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1. Bezeichnung des Weiterbildungsbausteins

Präventive Angebote im Bereich gewaltbereiter Islamismus entwickeln und durchführen (WB-0024)

2. Begründung und Hintergründe

Qualifizierungsbedarf, auf den sich der WbB bezieht:

Im Bereich "gewaltbereiter Islamismus" laufen derzeit mehrere Präventionsprojekte im Bundesgebiet. Bezüglich der Erkenntnisse stehen viele Projekte noch in der Anfangsphase. Es gibt viel zu wenig qualifizierte Personen (z.B. Eltern, Imame, Lehrer/-innen, Sozial- und Jugendarbeiter/-innen), die eine qualifizierte Präventionsarbeit in diesem Gebiet leisten könnten. Die Ereignisse der letzten Jahre machen deutlich, dass der Bedarf sehr hoch ist. Die Präventionsarbeit soll (religiös begründete) Gewalttaten verhindern.
Vor allem Lehrer/-innen und Sozialarbeiter/-innen, aber auch andere (erwachsene) "Schlüsselpersonengruppen" (wie z.B. Imame), die alle in ihrem Berufsalltag mit Jugendlichen in Kontakt stehen, sollten in der Schule, in der Moschee oder in ihrer Jugendeinrichtung in der Lage sein, eine primäre oder sekundäre Präventionsarbeit leisten zu können. Auch in Schulen und Moscheen kann Elternarbeit stattfinden. Lehrer/-innen können mit Eltern im Rahmen von Sonderangeboten und mit Schüler/-innen, z.B. in Projektwochen, Präventionsarbeit leisten. Ebenso können Imame und Sozialarbeiter/-innen in ihren Einrichtungen präventive Angebote für Jugendliche durchführen.

Zugrunde liegende berufstypische und einsatzgebietsübliche Arbeits- und Geschäftsprozesse:

  • Planung der Kommunikation mit der Zielgruppe
  • Planung des Angebots für die Zielgruppe
  • Durchführung des Angebots für die Zielgruppe
  • Planung und Durchführung von Netzwerkarbeit
  • Evaluation der Wirksamkeit des Angebots

3. Qualifizierungsziel

Die Teilnehmenden können in ihrem jeweiligen Arbeits- und/oder Lebenskontext präventive Angebote im Bereich gewaltbereiter Islamismus für Jugendliche entwickeln und durchführen. Dazu gehören Gespräche mit Jugendlichen und ihren Erziehungsberechtigten, die selbstständige Organisation und Durchführung von Informationsveranstaltungen, Fortbildungsseminaren, Vorträgen, Workshops sowie Dialog-Gremien.

4. Dauer

85 Stunden, davon 82 Stunden beim Anbieter und 3 Stunden im Unternehmen/Praktikum.

5. Kompetenzbeschreibung

Im Rahmen der Weiterbildung werden folgende Kompetenzen erworben:

Fachkompetenz

Wissen

  • den Unterschied zwischen primärer und sekundärer Prävention benennen.
  • das Konzept der Prävention vom Konzept der Intervention abgrenzen und beschreiben.
  • die Definition des Salafismus nennen und die Entstehung sowie die Relevanz für die Präventionsarbeit erläutern.
  • die Besonderheiten der adoleszenten Phase beschreiben und für die Präventionsarbeit erkennen.
  • die Relevanz des Islams in der Präventionsarbeit im schulischen Bereich erläutern.
  • erläutern, welche Fragen der Sicherheit für die Präventionsarbeit im Bereich „gewaltbereiter Islamismus“ eine Rolle spielen.
  • den Unterschied zwischen Islam und Islamismus erläutern.
  • den Einfluss von kulturell und religiös bedingten, lebensweltlichen, sozialen und institutionellen Normen und Regeln auf Verhalten und Erleben von Jugendlichen erkennen und erläutern.

 

Fertigkeiten

  • anhand spezifischer Kriterien erkennen, wann Äußerungen und Handlungen zur Sicherheitsfrage werden.
  • unterstützende Einrichtungen im Stadtteil identifizieren und in die Umsetzung des Angebots einbinden
  • Vorurteile identifizieren und entgegenwirkende Handlungsschritte einleiten.
  • die Entstehungsgründe von Konflikten herausarbeiten.
  • Das Konfliktpotenzial von Situationen beurteilen.
  • die eigenen professionellen Grenzen in der Unterstützung und Beratung erkennen und auf fachkompetente Unterstützung verweisen.
  • eigene präventive Angebote planen, durchführen und dabei adäquate didaktische Konzepte anwenden.

 

Personale Kompetenzen

Sozialkompetenz

  • der Welt, sich selbst und Mitmenschen gegenüber eine tolerante und neugierige Einstellung zeigen.
  • mit der eigenen und mit anderen Einrichtungen und Institutionen fachliche und organisatorische Absprachen treffen und kooperativ zusammenarbeiten.
  • sich in individuelle Problemsituationen hineindenken und angemessen reagieren.
  • präventiv gegenüber den Tendenzen der Exklusion und der Diskriminierung handeln.
  • sich adressatengerecht ausdrücken.

 

Selbstständigkeit

  • kann in Kooperation oder selbstständig Angebote planen und durchführen.
  • seine/ihre Haltung und Handlungen in Bezug auf die genannten Kompetenzen reflektieren und somit eine Vorbildfunktion für Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene einnehmen.

6. Fundstelle

keine

Der Weiterbildungsbaustein erfüllt die Vorgaben folgender rechtlich verbindlicher Fundstellen:
keine

7. Voraussetzungen für die Teilnahme am Weiterbildungsbaustein

Formale Voraussetzungen:

Die Weiterbildung richtet sich an Erwachsene: Imame, Lehrer/-innen, Eltern und sogenannte Funktionsträger/-innen wie z.B. Sozialpädagogen/-innen.

Sonstige Voraussetzungen:

Kontakt zu Jugendlichen

Eignungsfeststellung für sonstige Voraussetzungen durch den Anbieter:

Motivationsschreiben

8. Kompetenzfeststellung

Schriftlich:

Ausarbeitung/Reflexion des praktischen Projekts oder Hausarbeit

Mündlich:

Einzelgespräch/Fachgespräch.
Dauer: 60 Minuten

Praktisch:

Organisation und Durchführung eines eigenständigen Angebots (z. B. Seminar, Workshop).
Dauer: 3 Stunden

9. Entwickler/-in des Weiterbildungsbausteins und Kontakt

Islamisches Wissenschafts- und Bildungsinstitut e.V.
Ali Özgür Özdil
Stader Str. 2-4
21075 Hamburg
040/320898-10
info@iwb-hamburg.de
08.11.2017
Ali Özgür Özdil

10. Bezeichnung des(r) Berufe(s)

Folgenden Berufen liegt der Weiterbildungsbaustein zugrunde.

INFO: Keine Einträge im System
 
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Netzwerk

  • Behörde für Schule und Berufsbildung
  • Hamburger Bildungsserver
  • Zentrum für Lehrerbildung Hamburg (ZLH)
  • Universität Hamburg
  • Hamburger Institut für Berufliche Bildung (HIBB)

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